Walser-Literatur

Kapelle Steg bei Triesenberg (Foto Josef Eberle) Kapelle Steg bei Triesenberg (Foto Josef Eberle)

Kapelle Steg bei Triesenberg (Foto Josef Eberle)

Allgemeines und Vergleichendes  

  • Louis Carlen: Walserforschung : eine Bibliographie 1800-1970. Visp : Neue Buchdruckerei Visp, 1973. Die umfassende Bibliographie der einschlägigen Walserliteratur (über 1100 Titel) ist thematisch geordnet und über ein Autoren- Sach- und Ortsregister erschlossen.     
  • Wir Walser: Halbjährlich erscheinende Zeitschrift. Hrsg. von der Internationalen Vereinigung für Walsertum (IVfW) mit Sitz in Brig. Brig : Verlag Wir Walser, 1963ff. Beiträge zur Walserkultur aus allen Walsergebieten. Register 1963-2000 in Doppel-Nr. 1+2/2000/S. 81ff.  
  • Die Walser: Bilder und Texte zur Walserkultur.Hrsg. von Georg Budmiger. Frauenfeld : Verlag Huber, 1982.
  • Karl Bohnenberger: Die Mundart der Deutschen Walliser im Heimattal und in den Aussenorten.(BSG ; 6) Frauenfeld : Verlag Huber 1913. Grundlegende Studie zur Laut- und Flexionslehre des Walliser- und Walserdeutschen mit einer kartographischen Darstellung der Walliser und Walser Mundart. Der Autor kannte die Walsergebiete von den südlichen Aussenorten bis in den Vorarlberg aus persönlicher Anschauung. Für K. Bonenberger bestand kein Zweifel mehr daran, dass die Stammeltern der Oberwalliser und Walser eingewanderte Alemannen aus dem Berner Oberland waren und nicht Burgunder. Die Abhandlung ist reich an Hinweisen auf die ältere Walserliteratur.      
  • Hans Kreis: Die Walser: ein Stück Besiedlungsgeschichte der Zentralalpen. Bern : Francke Verlag, 1958. 2. Aufl. 1966, um ein Nachwort und einen Literaturnachtrag von Paul Zinsli erweitert. Die in unzähligen Einzelbeiträgen zerstreute Forschung zur Walserfrage ist in dieser ersten Gesamtdarstellung, ergänzt durch das Quellenstudium des Autors, zusammengefasst. Der Spannbogen reicht  von der Geschichte über Ursachen, Art und Grenzen der Walserkolonisation, die Rechtsstellung der Walser und die Wirtschaftsweise der Walser hin zur Sprache, zu Walser Namen und zu den Walser  Heiligen. Aber auch das Schicksal, der Walserkolonien, namentlich ihre politische, rechtliche und soziale Entwicklung, die Reformation, die Walser und ihre Umwelt, die Tätigkeiten der Walser sowie der wirtschaftliche Wandel und seine Folgen für das Walsertum werden thematisiert. Kaum eine Fazette des Themas ist hier nicht gewürdigt und ins richtige Licht gestellt.  
  • Enrico Rizzi: Storia dei Walser. Anzola d'Ossola. Fondazione Arch. Enrico Monti, 1993. Deutsche Ausgabe unter dem Titel «Geschichte der Walser», erschienenen 1994 in Kommission bei Verlag Bündner Monatsblatt Chur, 1994. Die reich illustrierte Darstellung umfasst die beiden Teile «Zur Geschichte der Walserkolonisation (XII.-XV. Jahrhundert)» und «Die Herausforderung der Berge». Reichhaltige Literatuverzeichnisse und Anmerkungen beschliessen die einzelnen Kapitel. Im ersten Teil beschäftigt sich der Autor, der in vielen Archiven wichtige Urkunden zur Ansiedlung der Walser entdeckte, ausführlich mit der frühen Geschichte der verschiedenen Walsersiedlungen; im zweiten kommen das Walserrecht, das Walsermodell in der Wirtschaftsgeschichte des Alpenraums, das Walser Brauchtum und die Walser Kultur zur Sprache. Den Abschluss macht der Abriss «Fünf Jahrhunderte Walserforschung».  
  • Max Waibel: Unterwegs zu den Walsern in der Schweiz, in Italien, Frankreich, Liechtenstein, Vorarlberg und dem Tirol. Frauenfeld, Stuttgart, Wien : Verlag Huber, 2003. Hinter dem Titel steht ein Reise- und Lesebuch, das in leicht verständlicher Sprache über die Walser informiert. Als Reisebuch richtet es sich im Gegensatz zu Kurt Wanners «Unterwegs auf Walserpfaden» weniger an den Wanderer, sondern an den etwas beweglicheren Automobilisten. Die Reise beginnt bei den einstigen Walsersiedlungen in Hochsavoyen und folgt dann der mehr oder weniger «traditionellen» Route über die Walsergebiete in Aosta, Piemont und der Südschweiz nach Graubünden, Liechtenstein, Vorarlberg und Tirol, wobei der Autor auch den «Nebenschauplätzen» Simplon, Berner Oberland und Ursern Aufmerksamkeit schenkt. Das Buch informiert über die Ansiedlung, Sprache und Kultur der Walser, beschäftigt sich aber auch mit ihrem Dasein in den heute vom Tourismus geprägten Alpen.  
  • Ders.: Walser Weisheiten: Sprichwörter und Redensarten. Frauenfeld, Stuttgart, Wien : Verlag Huber, 1998.  «Wer sich für die grosse "Völkerwanderung durch den Alpenraum" interessiert, aber auch wer sich vertraut machen möchte mit dem walserischen Sprachgut, wie es heute noch in zahlreichen Bergdörfern anzutreffen ist, für den sind die "Walser Weisheiten" ein herrliches Lesebuch walserischer Sprache und Kultur. Dank der Übersetzung in zeitgemässes Deutsch lesen sich die Sprichwörter, Redensarten, Bauernregeln, Weisheiten und Sprüche leicht und vergnüglich. Eine leichtverständliche Einführung, Hinweise zur Schreibung, ein Literatur- und Quellenverzeichnis sowie eine Übersichtskarte ergänzen den Text.»   
  • Paul Zinsli : Walser Volkstum in der Schweiz, in Vorarlberg, Liechtenstein und Italien. Frauenfeld: Verlag Huber, 1968. 7. Aufl. Chur : Verlag Bündner Monatsblatt, 2002. Erweitert um einen bedeutenden Literaturnachtrag von Kurt Wanner und das  Kapitel «Blick ins Heute». Der Klassiker der Walserliteratur. Der Autor geht in diesem reich illustrierten und mit Karten ausgestatteten Werk ein auf die Besiedlungsgeschichte, behandelt Fragen des gemeinsamen Walsererbes, setzt sich auseinander mit dem Walserdasein im Laufe der Zeit, orientiert über Wesen und Leistung der Walser und erläutert deren Sprache und Literatur. Die zentralen Kapitel sind «Walsererbe» und «Walsersprache». In «Walsererbe» weist P. Zinsli nach, dass Hausformen, Einrichtungen, Geräte, Brauchtumseigenarten, Erzählungen und Lieder keine alle Walser verbindende Elemente sind, weil diese von den Nachbarn übernommen sein können, während er m Kapitel «Walsersprache» aufzeigt, dass die Sprache das einzige Merkmal darstellt, welches alle weit verstreuten Walsersiedlungen zusammenhält und mit dem Oberwallis verbindet. Auf einem Rundgang durch die einzelnen Walsersiedlungen geht er ein auf wohlerhaltene altdeutsche Sprachformen, auf eigenwillige Neuerungen in entlegenen Sprachinseln und auf romanisch-nachbarschaftliche Beeinflussung. 
  • Paul Zinsli : Sprachspuren. Mit einem Vorwort von Georg Thürer. (Band 3 Reihe Rhätisches Geisteserbe. Chur : Calven Verlag AG, 1998.  Der Sammelband wartet mit 11 Beiträgen, erschienen 1946 bis 1992, auf. Der Schwerpunkt liegt auf der Sprach- und Flurnamenforschung. Den Abschluss macht ein Verzeichnis der Schriften und Vorträge Paul Zinslis.   
Wandern in Medergen (Foto Arosa Tourismus) Wandern in Medergen (Foto Arosa Tourismus)

Wandern in Medergen (Foto Arosa Tourismus)

Wandern     

  • Gert Trego: Der Grosse Walserweg : Mittelberg / Kleinwalsertal - Zermatt. 2. aktualisierte Auflage. Oldenburg : Verlag der Weitwanderer, 1996. Zweierlei verleiht diesem Führer eine spezielle Note: Er folgt  den Walserpfaden von Osten nach Westen und passt wegen des handlichen Formates in praktisch jede Tasche. Er ist reich an Informationen zur Geschichte der Walser und zur Walser Kultur, gibt nützliche Ratschläge und Hinweise und wartet mit Kartenskizzen auf. 
  • Kurt Wanner: Unterwegs auf Walserpfaden. Ein Wanderbuch. Chur : Walservereinigung Graubünden, 2002. 5. durchgesehene und verbesserte Auflage. «Unterwegs auf Walserpfaden» ist ein erstmals im Jahre 1989 erschienener, mehrfach erweiterter, Wander- und Kulturführer zu den seit dem Mittelalter bekannten Walserübergängen vom Aostatal bis ins Vorarlberg und gleichzeitig eine aufschlussreiche und spannende Lektüre über Geschichte und Kultur der Walser. Der Autor berichtet in Wort und Bild über die historischen Walserwege und erzählt von den Besonderheiten der über 150 Walsersiedlungen, von deren Sprache, Hausbau und Brauchtum sowie von alltäglichen Geschehnissen. Das attraktive und reich illustrierte Buch vermittelt wertvolle touristische Hinweise und anregende Wandervorschläge, die durch genaue Routenskizzen ergänzt werden. 
  • Max Waibel: Das Walser Wanderbuch : Unterwegs zu den schönsten Walserorten in der Schweiz, in Liechtenstein. Österreich, Italien und Frankreich. Frauenfeld, Stuttgart, Wien : Verlag Huber, 2004. Halbtages-, Tages- und Rundwanderungen in den schönsten Walser-Gebieten. «Der Autor zeigt in diesem Walser-Wanderbuch eindrückliche Routen in den Alpentälern Zentraleuropas, in denen sich vor Jahrhunderten die Walser niedergelassen haben und wo verschiedentlich noch die Walsersprache gesprochen wird. Ein Schlüssel zu beglückenden Wandererlebnissen inmitten einer Kulturlandschaft voll ursprünglichen Brauchtums. Mit Routenbeschreibungen, Distanzangaben, Hotelempfehlungen, Kulturtippsund Kochrezepten der regionalen Walser-Küche.» 
Im Obergoms (Foto Matheo Eggel) Im Obergoms (Foto Matheo Eggel)

Im Obergoms (Foto Matheo Eggel)

Wallis, Tessin und Italien 

  • Johannes Führer: Die Südwalser im 20. Jahrhundert: Transformation, Assimilation und Affirmation der Walser im Aostatal, im Piemont, im Tessin und im Wallis. Monheim am Rhein, 2002. Der Autor dieser äusserst verdienstvollen Dissertation erklärt einleitend, dass die Studie versuche, die ethnozentrische und relativ stark von der Sprachwissenschaft beeinflusste Perspektive um historische Ansätze zu ergänzen und als Beitrag zur Minoritätenforschung zu verstehen sei, die aber gleichzeitig Bezüge zur Zeitgeschichte der gesamten Region aufzeigen wolle. In Kapitel 1 erläutert er die zentralen Begriffe, referiert den bisherigen Forschungsstand und beschreibt Ziel und Ausrichtung der Arbeit. Kapitel 2 handelt von der Geschichte seit den Walserwanderungen im 13. Jahrhundert auf der Grundlage bisheriger Forschung, wobei eigene Untersuchungen des Autors nicht fehlen. Kapitel 3 untersucht die Massnahmen und Auswirkungen der faschistischen Minderheiten- und Wirtschaftspolitik sowie den Widerstand in den Südwalsergebieten während der Republik von Salò. Kapitel 4 ist dem Einsetzen des Massentourismus und dem sozioökonomischen Wandel der Nachkriegszeit gewidmet, während im  Zentrum des 5. Kapitels die Entstehung eines gemeinsamen Walserbewusstseins steht, welches seine Wurzeln ausserhalb Italiens hat und «in der wissenschaftlichen Literatur bisher kaum aufgearbeitet wurde». Kapitel 6 greift die neuesten Entwicklungen in den Südwalserregionen auf:  Entsiedlung, Umweltbelastung, Walserrenaissance. Kapitel 7 bringt ein Resümee, Kapitel 8 einen Datenteil mit Tabellen, Diagrammen und Karten zur Demographie und zur Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, das abschliessende Kapitel 9 enthält einen reichen Quellen- und Literaturnachweis.   
  • Paul Zinsli: Südwalser Namengut: die deutschen Orts- und Flurnamen der ennetbirgischen Walsersiedlungen in Bosco-Gurin und im Piemont. Bern : Verlag Stämpfli & Cie AG, 1984. Kernstück des Buches bildet das umfangreiche Nameninventar. Auf 438 Seiten sind weit über 4000 Siedlungs- und Flurnamen aus 20 Walserorten verzeichnet. Gemeindeweise in alphabetischer Folge aufgereiht und numeriert, sind die Angaben über die Namen in vier Rubriken kolonnenweise nebeneinander angeordnet: Kolonne 1 bringt die normalisierte, an das gewohnte Schriftbild des Hochdeutschen angenäherte Schreibform des Namens. In Kolonne 2 steht kursiv gedruckt die mundartliche Originalform, darunter die aus Katastern, alten Plänen oder älteren Dokumenten gewonnene Schreibform mit Angabe von Quelle und Datum. Die Kolonne 3 führt - falls solche vorhanden sind - die gegenwärrtige fremdsprachliche (italienische/französische) Benennung nach Karten und Plänen auf. Kolonne 4 gibt knapp Auskunft über den Ort der Geländeform, die der Name bezeichnet oder einst bezeichnet hat. Das Werk ist aber nicht bloss eine Materialsammlung, sondern gibt in einem rund 100 Seiten starken Einleitungstext einen Abriss der Südwalsertoponymie. Dem Nameninventar folgen auf 37 Seiten wertvolle etymologische Hinweise zur Deutung der Namen. 
  • Elisabetta Fazzini Giovannicci: Die alemannischen Dialekte im westlichen Norditalien: Ein Forschungsbericht. (ZDL ; Beiheft 28). Wiesbaden : Franz Steiner Verlag, 1978. Die Arbeit besteht aus den zwei Teilen «Probleme der alemannischen Dialekte in Norditalien» und «Bibliographischer Wegweiser». Im ersten Teil beschäftigt sich die Autorin mit der gegenwärtigen Lage (Stand 1976!), sprachlichen Interferenzerscheinungen sowie mit soziolinguistischen und politischen Problemen. Bezüglich der Bibliographie ist hervorzuheben, dass es sich um den ersten Literaturnachweis handelt, der sich ausschliesslich mit den italienischen Walsersiedlungen befasst. Die Berichtszeit beginnt mit dem 16. Jahrhundert und endet 1975.  
In Törbel (Foto Matheo Eggel) In Törbel (Foto Matheo Eggel)

In Törbel (Foto Matheo Eggel)

Wallis

  • Hans Ulrich Rübel: Viehzucht im Oberwallis: Sachkunde, Terminologie, Sprachgeographie. (BSM ; 2). Frauenfeld : Verlag Huber, 1950. Die Arbeit handelt von der sprachgeographischen Gliederung des Wallis (aufgezeigt an lautlichen, morphologischen und lexikalischer Kriterien) und deren siedlungsgeschichtlichen Hintergründen. Der Autor will, so betont er, der Walserforschung zuverlässiges Material zur Verfügung stellen, das ihr ermöglichen soll, über die bereits erzielten Ergebnisse hinaus das Verhältnis der Walser zu ihrer Heimat und den Gang der Siedlung abzuklären. 
  • Volmar Schmid: Kleines Walliser Wörterbuch - Gebäude. Brig : Verlag Wir Walser, 2003. Das alphabetisch angelegte und reich illustrierte Buch ist in sachlicher und sprachlicher Hinsicht eine Fundgrube. Neben den ausführlichen Beschreibungen der Gebäude-Konstruktionen und deren Einrichtungsinventar stellt der Autor auch viele Walliser Brauchtumselemente vor. Das Brotbacken ist dabei ebenso ein Thema wie etwa die Viehwirtschaft und der Heutransport. Dank des handlichen Formats ist es möglich, dass ein am Walsertum interessierter Personenkreis vor Ort Vergleiche mit dem Wallis anstellen können. 
Das Dorf Bosco Gurin (Foto www.myswitzerland.com) Das Dorf Bosco Gurin (Foto www.myswitzerland.com)

Das Dorf Bosco Gurin (Foto www.myswitzerland.com)

Bosco Gurin

  • Tobias Tomamichel: Bosco Gurin : Das Walserdorf im Tessin. 4. Auflage. Hrsg. von Leonhard Tomamichel. Gurin : Gesellschaft Walserhaus Gurin, 1998. Das erstmals 1953 erschienene Bändchen mit 60 Zeichnungen des Künstlers und Graphikers Hans Tomamichel berichtet kompetent über die Guriner Walser, die Geschichte des Dorfes, den Alltag der Bewohner mit all seinen Schwierigkeiten und Gefahren, das Brauchtum und die Sprache. Die 4. Auflage wartet mit verschiedenen Ergänzungen und Graphiken auf.      
  • Emily Gerstner-Hirzel: Aus der Volksüberlieferung von Bosco Gurin : Sagen, Berichte und Meinungen, Märchen und Schwänke. (SSGV ; 63) Basel : SGV, 1979. Nicht weniger als 256 Stücke sind in diesem Buch vereint. Alle Texte sind in einer mundartnahen, allerdings nicht leicht lesbaren Schreibweise aufgezeichnet. Schriftdeutsche Übertragungen erleichtern den Einstieg in die Erzählungen. Eine ausführliche Einleitung, Erläuterungen, ein Sachregister, eine Grammatik des Dialekts und Fotos aus Leben und Kultur der Bergbewohner runden den Band ab. 
  • Charles V. J. Russ: Die Mundart von Bosco Gurin: eine synchronische und diachronische Untersuchung. (ZDL ; Beiheft 120). Stuttgart : Franz Steiner Verlag, 2002. Die Abhandlung basiert auf intensiever Feldarbeit, die sich über fünf Sommer erstreckte. «Ein Ziel dieser Arbeit ist es, die Mundart von Bosco Gurin so vielen Wissenschaftlern wie möglich und allen Laien, die sich dafür interessieren, zugänglich zu machen», liest man auf S. 37. Letzteren dürften allerdings die Kapitel «Synchronische Lautlehre», «Die diachronische Entwicklung des Lautsystems» und «Die einzelnen Phoneme synchronisch und diachronisch» einige Mühe bereiten. Vier längere Anhänge und acht Karten beschliessen den Band.    
Walsermuseum in Macugnaga (Foto Matheo Eggel) Walsermuseum in Macugnaga (Foto Matheo Eggel)

Walsermuseum in Macugnaga (Foto Matheo Eggel)

Ossolatal

  • Renzo Mortarotti: I Walser nella Val d'Ossola: Le colonie tedesco-vallesane di Macugnaga, Formazza, Agaro, Salecchio, Ornavasso e Migiandone. Domodossola : Libreria Giovannacci, 1979. Hervorragende Darstellung, bei welcher sich der Autor sowohl auf schriftliche Quellen als auch auf Gespräche mit Einheimischen abstützt. Das Buch vermittelt die Geschichte und Kultur der Walsergemeinden des Ossolatals. R. Mortarotti behandelt zuerst die Walserwanderungen, die gemeinsamen Eigenschaften des Volkes (biologisches Erbe, Recht, Wirtschaft, Sitten und Gebräuche). Anschliessend bespricht er die einzelnen Kolonien im Tal der Toce. Den Ausklang macht eine Sagensammlung aus den ossolanischen Walsergebieten.  
Saley/Salecchio im Pomatt Saley/Salecchio im Pomatt

Saley/Salecchio im Pomatt

Formazza/Pomatt

  • Angela Bacher: Pomatt: una valle, una comunità, una lingua. Intra : Tipolitografia Cerutti, 1983. Gekürzte Fassung der Dissertation Contributo agli studi sul dialetto "Walser" della Val Formazza (1975). Einleitend informiert die Pomatter Autorin kurz über die geographische Lage sowie die sozioökonomische und sprachliche Situation. Kernstück bildet die Sammlung von über 1000 Pomatter Orts- und Flurnamen. Die Doktorarbeit im Wortlaut wurde, versehen mit einem Vorwort von Enrico Rizzi im Jahre 1995 unter dem Titel Bärulussä : il prato più bello dell'orso von den Edizioni Tararà, Verbania, neu herausgegeben. Grossen Gewinn gegenüber der Ausgabe 1983 bringen die den Text  illustrierenden Geländeaufnahmen.
  • Anna Maria Bacher, Pomatter Lyrikerin, veröffentlichte mehrere Gedichtbände. Il gioco del tempo -Z Kschpel fam Tzit heisst ihr erster. Verbania : Gutenberg Edizioni, 1988; Gägäsätz - Contrasti - Gegensätze ihr letzter, illustriert vom Künstler Uli Wirz. Brig : Verlag Wir Walser, 2001. 
  • Pio Scilligo: Pumattertietsch Werterbeuch: Vocabolario Formazzino-Tedesco-Italiano e Italiano-Formazzino-Tedesco / Pumattertietsch-Waeltsch-Tietsch und Waeltsch-Pumattertietsch-Tietsch. Roma : IFREP, 1993. Leserinnen und Leser, die mit der Schreibweise des SDS (= Sprachatlas der deutschen Schweiz) oder der Diet'schen Dialektschrift vertraut sind, dürften mit Scilligos Transkription anfängllich etwas Mühe haben. Das umfassende Wörterbuch ist mit einigen Illustrationen zur Sachkultur versehen.   
  • Silvia Dal Negro: The Decay of a Language.: The Case of a German Dialect in the Italian Alps.Bern : Peter Lang, 2004. Untersuchungsgegenstand dieser breit angelegten Studie ist das Pomattertitsch (Pomatterdeutsch), welches im Prozess des Zerfalls und Untergangs steht. Kernstück bilden sprachliche Variationen auf der morphosyntaktischen Ebene. Dafür stand der Autorin eine grosse Sammlung sprachlicher Daten zur Verfügung, welche sie vor Ort erhoben hat. Die Sprachdaten stammen von verschiedenen Altersgruppen und von Personen mit unterschiedlicher Sprachkompetenz. Für den Untergang und Zerfall des Pomattertitsch sind, wie die Autorin zeigt, zwei Faktoren verantwortlich: die rasch abnehmenden Zahl Sprechender und die Tatsache, dass das Pomattertitsch nur noch in bestimmten Kontexten gesprochen wird.  
Typisch walserisches Saley (Foto Matheo Eggel) Typisch walserisches Saley (Foto Matheo Eggel)

Typisch walserisches Saley (Foto Matheo Eggel)

Saley, Agaro Ausone

  • Gertrud Frey: Walserdeutsch in Saley. Wortinhaltliche Untersuchung zu Mundart und Weltsicht der altertümlichen Siedlung Salecchio/Salei (Antigoriotal). (Sprache und Dichtung ; 18). Bern und Stuttgart : Verlag Paul Haupt, 1970. Das Werk ist eine als Wortfeld-Studie angelegte Dissertation. Die Mundart der in den 1960er Jahren aufgegebenen Dauersiedlulng Saley repräsentierte das älteste Schweizerdeutsch. Die Autorin kennzeichnet den Wortschatz, indem sie vom Einzelmenschen (Körperteilen, Sinneswahrnehmungen, Affekten, Denken Wollen, Tun) ausgeht und weiter schreitet zur Beleuchtung der menschlichen Existenz in der Welt (in Raum und Zeit). Vom Inhalt her ist zu vermerken, dass die untergegangene Mundart das älteste Schweizerdeutsch repräsentiert, bereichert allerdings um einige bemerkenswerte Sonderentwicklungen. Andererseits hat viel Romanisches aus dem Antigoriotal Eingang in die Saleyer Mundart gefunden. Ein einzigartiger Zug hoher Altertümlichkeit bewahrte das Salydeutsch darin, dass bis zu seinem Untergang beim Verb das Präteritum noch rege benutz wurde: Es hiess wier spunnun und wier assun wie einst in der altdeutschen Sprache, während man sonst in der Mundart nur noch im Perfekt wir haben gesponnen, und wir haben gegessen sagen kann.
  • Paolo Crosa Lenz: I Walser del silenzio: Agaro - Salecchio - Ausone. Domodossola : Edizioni Grossi 2003. Das mit historischen Aufnahmen reich illustrierte Buch beschäftigt sich mit der 700 jährigen Geschichte der drei aufgegebenen Walser Dauersiedlungen im Antigoriotal. Den Abschluss machen die Statuten von Salecchio (1588), Agaro (1513) und Ausone (1588). 
Walsermuseum in Macugnaga (Foto Matheo Eggel) Walsermuseum in Macugnaga (Foto Matheo Eggel)

Walsermuseum in Macugnaga (Foto Matheo Eggel)

Macugnaga

  • Cresta, Renato : Macugnaga tra storia e leggenda. Torino : S.A.C.A.T, 1984. Die Geschichte der Orts- und Flurnamen sowie jene der Bevölkerung sind ebenso ein Thema wie die Bauten, die Gebirgswelt, Flora und Fauna,und der Bergbau. Das reich illustrierte Buch wartet überdies mit 15 interessanten Wandervorschlägen auf.    
  • Max Waibel : Die volkstümliche Überlieferung in der Walserkolonie Macugnaga (Provinz Novara).(SSGV ; 70). Basel : SGV, 1985. Den Auftakt macht ein historischer Abriss vom 13. bis zur Schwelle des 20. Jahrhunderts. Diesem folgen Notizen zum Leben und Brauchtum in der bäuerlichen Gemeinschaft und zur Sprache. Kernstück der Arbeit bildet die Sammlung der mündlichen Überlieferung. Der Spannbogen reicht von der Sage über Schwank und Witz zu Sprichwörtern, Redensarten, Spottversen, Gebeten und Liedern. Die den Originaltexten beigestellten Übertragungen ins Hochdeutsche und ein Wörterverzeichnis bilden willkommene Lesehilfen.   
Blick nach Ornavasso (Foto www.trattoriaboden.it) Blick nach Ornavasso (Foto www.trattoriaboden.it)

Blick nach Ornavasso (Foto www.trattoriaboden.it)

Ornavasso

  • La Montagna dei Twergi. Hrsg. Gruppo Alpini di Ornavasso. Ornavasso, 1989. Das ansprechend gestaltete, mit vielen hervorragenden Photographien aufwartende Buch behandelt in kompetenter Weise in 14 Beiträgen Geschichte, WIrtschaft und Volkskunde der beiden ehemaligen benachbarten Walserorte Ornavasso und Migiandone. Darüber hinaus hält es für all jene, die die Umgebung der atypischen Walsersiedlung Ornavasso (213 m ü. M.) näher kennen lernen möchten, 15 Wandervorschläge bereit, die an ehemaligen Walser Wohnstätten über Ornavasso und Migiandone vorbeiführen.